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Donnerstag, 31. Mai 2012

Gegen jede Regel

Es hat gar nicht gut ausgesehen für das Projekt "Kinetic Void" auf Kickstarter. Sechzigtausend Dollar wollte man mit der Kampagne erzielen und noch einen Tag vor Ende waren erst knappe dreißigtausend erreicht worden.

Dabei hatte sich das Team solche Mühe gegeben und mit Belohungen für neue Backer nur so um sich geworfen. Weder das Team noch Personen, die das Projekt bereits untestützt haben, haben wohl noch zu hoffen gewagt, dass die große Lücke zum Ziel noch gefüllt werden kann. In der Vergangenheit schon konnte man auf Kickstarter etwas entdecken, was in einem klassischen Markt wohl so nie passieren würde. Die direkte Konkurrenz, wenn man so will - also Projekte wie Drifter: A Space Trading Game und Skyjacker haben immer wieder um Unterstützung für das Projekt Kinetic Void gebeten. Gerade in den letzten Stunden vor Ablauf der Kampagne wurden einige ähnliche Projekte sehr aktiv, um den drohenden Misserfolg für Badland Studio, dem Produzenten von Kinetic Void, abzuwenden. Was folgte, war ein unglaubliches Finish der Kampagne:

Kinetic Void im Fotofinish: 110 Prozent wurden erreicht

Dass das ganze nicht getrickst war, sieht man an den tatsächlich neuen Backern, die am letzten Tag hinzu gekommen sind:

Am letzten Tag alleine kamen1072 Backers hinzu



Woher rührt diese unerwartete Unterstützung seitens der Konkurrenz? Man könnte mutmaßen, dass es aus Solidarität geschieht, weil sich auf Kickstarter alle diese Projekte sozusagen im selben Boot befinden. Und je mehr Personen auf Kickstarter auf eines dieser Projekte aufmerksam werden, umso wahrscheinlicher werden sich auch Kunden finden, die sich für mehr als nur für ein Projekt entscheiden. Man hat den Eindruck es entsteht ein miteinander, man versucht gemeinsam seine Ziele zu erreichen und nicht gegeneinander.

Generell entwickelt sich um Kickstarter einen lebendige Community, die mit großartigen Ideen aufwarten kann - so auch das Projekt Kicking it Forward. Hierbei sollten Projekte einen Gewinn einkalkulieren, der für weitere Projekte wieder in Kickstarter refundiert wird. Man gibt sozusagen ein Scheibchen des eigenen Erfolges zurück in den Erfolg für andere. Es bleibt auf alle Fälle spannend, ob sich solche Konzepte für die zukünftige Entwicklung und Vermarktung von Produkten etablieren können. Vom Ansatz her sind diese Ideen jedoch zu begrüßen.

Freitag, 20. Januar 2012

Social Business - nur ein anderer Begriff für Social Media im Unternehmen?

Der Begriff social wird derzeit arg strapaziert. Seit einigen Jahren verwenden im Besonderen Marketingabteilungen soziale Netzwerke, um sich mit ihren Kunden (neudeutsch Fans) auszutauschen. Was im Verkauf gut funktioniert, die Kommunikation beschleunigt und transparenter macht muss doch auch for die Firma intern nutzbar gemacht werden können.

Damit denken viele, dass Social Business eigentlich einfach die Anwendungen, die ein soziales Netzwerk bietet, hinter die Firmenfirewall holt und so einen geschützten Bereich bietet, in dem im Prinzip mehr oder minder das passiert, was auch in öffentlichen Netzwerken üblich ist. Das ist aber nur die halbe Miete, könnte man sagen. Social Business bezieht sich natürlich auch darauf, soziale Werkzeuge im Unternehemn zu etablieren, viel wichtiger aber noch ist der organisatorische Wandel der damit einher gehen muss.

Durch die Einführung der Werkzeuge entsteht die Chance, das Unternehmen flacher, transparenter und agiler zu machen. Diese Chance kann aber nur dann wirklich genutzt werden, wenn bewusst etablierte Prozesse herangezogen und darauf analysiert werden wie die neuen Werkzeuge diese Prozesse verbessern, verschlanken und beschleunigen können. Neben dieser Neuausrichtung von Prozessen in Bezug auf deren social enablement fordert der Weg zum Social Business außerdem eine klare Richtlinie, wie die sozialen Werkzeuge innerhalb des Unternehmens zu nutzen sind, sowie natürlich auch eine gewisse Liberalisierung der Organisation. Einer der großen Vorteile in einem Social Business ist gerade der, dass sich Projekt- und Arbeitsteams quer über die Unternehmensstruktur verbinden können und so je nach Anforderung ein organisch gewachsenes Netz bilden.

Wie kann so ein Prozess grob aussehen? Ein Paradebeispiel für einen Prozess, der sich dafür eignet, ist Ideenmanagement. Cemex hat es in diesem kurzen Video auf den Punkt gebracht. Auf diese Weise wird ein Crowdsourcing - artiger Ansatz gewählt, in dem die hierarchischen Unternehmensstrukturen kaum eine Rolle spielen, sondern eben die Ideen des einzelnen, egal wo und wie er im Unternehmen beschäftigt ist. Auf diese Weise wird der Fokus auf das wesentliche gerichtet, die Lösung der Herausforderung und jeder kann sich daran beteiligen und so für das Unternehmen einen Zusatznutzen stiften.


Dienstag, 6. Dezember 2011

Wann tun Sie's?

Atos tut es, Henkel tut es auch. Immer mehr große Firmen werden auf das Problem aufmerksam, dass E-Mails die Produktivität ihrer Mitarbeiter mitunter beträchtlich einschränken. Daher werden auch dort neue Ansätze gesucht, wie man der Flut Herr werden kann und sich sein Postfach und seine produktive Zeit zurück erobert.

Bei Atos wurde besonders rigoros durchgegriffen. In 18 Monaten soll dort E-Mail als Kommunikationsmittel ausgedient haben und an dessen Stelle tritt das, was man wohl eine Social Business Plattform nennen könnte - im verlinkten Artikel als Mischung aus Facebook und Twitter beschrieben. Ebenso wird bei Henkel versucht, zumindest über die Feiertage hinweg die E-Mail Last zu verringern. Kasper Rorsted erklärt markig und nachvollziehbar, dass besonders auch in Konzernen zuviel gemailt wird. Im Interview mit der FAZ findet er dafür klare Worte:

"Nur weil sich irgendjemand irgendwo langweilt und Aktivität zeigen will, muss ich keine Mails lesen. Das ist auch eine Frage des fehlenden Respekts, womit man Leute behelligt."
Tatsächlich werden E-Mails oft aus jenem Grund geschrieben, um eine Sache möglichst flott wieder vom eigenen Tisch zu haben. Ob das schlussendlich zur Produktivität führt oder eben doch nur zum Herumgeschiebe der Verantwortlichkeit, kann jeder für sich selbst entscheiden.

Tatsache ist, dass es mittlerweile, neben überdominanten E-Mails auch andere, schlankere und schnellere Wege gibt, sich mit den relevanten Mitarbeitern, Kunden und Lieferanten zu einem Thema abzustimmen. Dazu zählen Instant Messaging, Twitterartige Ansätze, Foren, Blogs, Wikis und vieles mehr. Für jede Anforderung E-Mail zu verwenden entspräche einem Handwerker, der alle seine Arbeiten mit einem Hammer erledigt, auch wenn eine Zange oder ein Schraubenzieher wesentlich praktischer wären.

Wie steht es mit Ihnen? Haben Sie sich schon überlegt, wie Sie sich Ihre Zeit und Ihr Mailfach zurück erobern?