Nach dem verhunzten Börsengang von Facebook hört man es schon die Spatzen von den Dächern zwitschern: Facebook ist noch innerhalb des laufenden Jahrzehnts weg vom Fenster. Und mit ihm das halbe Web, wenn man Analysten glauben schenken kann. Düstere Zeiten werden da prophezeit, man mag geradezu virtuelle Geisterstädte vor seinem Auge sehen, wo früher das blühende Leben war.
Was ist dran, an diesen Analysen? Bei Facebook von einer Blase zu sprechen ist wohl seit dem Börsengang keine reine Vermutung mehr. Natürlich wurden da einige Informationen zu einem ungünstigen Zeitpunkt veröffentlicht. Ein Schelm, wer dabei an gewollte Steuerung denken mag. Aber neben der nachteiligen Handhabe des Börsengangs waren sich viele Investoren vor allem auch eines bewusst: Facebook fehlt das Geschäftsmodell. Der Platzhirsch unter den sozialen Netzwerken wurde an einem Universitätscampus gegründet, und diese Ausrichtung haftet ihm immer noch an. Ein paar nette Spiele, viel belangloses Gequatsche. Drum herum gekleistert ein paar Werbeschaltungen, die glauben, den Kontext richtig deuten zu können und dadurch die relevante Zielgruppe besser und mit weniger Streuverlusten erreichen zu können.
Wohl gemerkt nur in klassischen Browsern auf Desktop - Computern herumgekleistert. Für einen großen Teil der Nutzer, den mobilen nämlich, die inzwischen annähernd die Hälfte aller Nutzer ausmachen, hat Facebook gar kein Konzept parat. Es gibt da zwar ein paar Ideen von bezahlten Posts im Stream, so richtig ins Rollen gekommen ist da bislang aber nichts. Da ergeben sich für Facebook gleich zwei Probleme: Werbung im Internet wird immer erschwinglicher, das ist ein Fakt. Das heißt, dass für immer mehr Werbung immer weniger bezahlt wird. Gleichzeitig steigen die mobilen Nutzer, die überhaupt keine Werbung sehen, zumindest in der aktuellen App - Generation. Anhand dieses Trends lassen sich drei Szenarien ausmalen, in die Facebook gedrängt werden könnte:
Noch mehr Werbefläche
Um laufende Kosten zu decken und Gewinne einzufahren muss immer mehr Werbung geschalten werden. Je mehr Fläche auf dem Bildschirm für Werbung verwendet wird, umso aufdringlicher wirkt sie, auch wenn sie sich gut in die Applikation rundherum optisch integriert. Es ist eben doch Werbung - und wenn ich irgendwann mehr davon sehe als von tatsächlichen Inhalten aus meinen Freundeskreisen, wird es mühsam werden, die Plattform zu nutzen. Die Nutzer werden über kurz oder lang auf bereits vorhandene oder neue Alternativen ausweichen. Zumindest wird man sich irgendwann einfach einen Adblocker installieren, der die Werbung gar nicht erst vom Server lädt.
Premiumdienste
Facebook könnte sich natürlich einfallen lassen, für gewissen Dienste Geld zu verlangen, bzw. erweiterte Dienste wie Online - Meetings und ähnliches gegen Geld anzubieten. Die Benutzer wurden jedoch jahrelang dazu erzogen, dass Facebook "gratis" ist, hauptsächlich dadurch, dass der durchschnittliche Nutzer sich nicht im Klaren ist, dass er das Produkt und nicht der Kunde ist.
Jemandem etwas verkaufen zu wollen, dass er vorher schon gratis hatte, funktioniert nicht. Auch hier werden Benutzer schnell zu Alternativen ausweichen, so wie das in der Vergangenheit auch mit der Marke Napster schon eindrucksvoll zu beobachten war.
AppGameMarketStoreGeschäftsmodelldingens
Das aus meiner Sicht einzig nachhaltige Szenario, das Facebook erhalten könnte, ist, dass es ein konkretes Geschäftsmodell gibt, das einen kaufmännischen Erfolg erzeugt. Ein eigener Anwendungskosmos, so wie bei Android und iOS wäre definitiv eine Möglichkeit, zu punkten. Die Gerüchte um ein Facebook Mobiltelefon reißen nicht ab und deuten darauf hin, dass man sich vor Ort durchaus bewusst ist, dass man hier noch Hausaufgaben zu erledigen hat. Die Frage dabei bleibt, ob die Welt wirklich noch eine weitere Fragmentierung im Appiversum braucht oder gar verträgt.
Dabei bleibt spannend, ob und auf welche Weise ein solches Geschäftsmodell nachträglich implementiert werden kann und soll. Soziale Gemeinschaften wie Gigfunder oder Kickstarter hatten von Anfang an ein Konzept, wie die Plattform Geld erwirtschaften kann, Facebook ist eben am Ende des Tages doch nur einfach Klatsch und Tratsch mit einem Akzent Mikromanagement - Spielen.
Welches Szenario schlussendlich auch das tatsächliche sein wird, möglicherweise sogar ein komplett anderes als die drei hier aufgezeigten, Facebook wird bestimmt nicht das halbe Web mit sich reißen. Es gab in der Vergangenheit auch schon Giganten in den Weiten der gemeinsamen Virtualität, die mehr oder weniger von der Bildfläche verschwunden sind, oder deren Brisanz zumindest bedeutend abgenommen hat. Yahoo gehört sicher dazu, genauso wie Myspace. ICQ ebenso wie AOL und andere Pionere des Internets, wie wir es heute (oder eben nicht mehr) kennen und nutzen. Ein großes Loch ist durch solche Abgänge eigentlich noch nie entstanden. Eine obsolete Technologie wurde eben durch eine bessere, modernere ersetzt. Aber in keinem dieser Fälle entstand das große Loch, das uns nachhaltig geschadet hätte, mal von den davon Betroffenen Mitarbeitern der Unternehmen abgesehen.
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Mittwoch, 6. Juni 2012
Donnerstag, 31. Mai 2012
Gegen jede Regel
Es hat gar nicht gut ausgesehen für das Projekt "Kinetic Void" auf Kickstarter. Sechzigtausend Dollar wollte man mit der Kampagne erzielen und noch einen Tag vor Ende waren erst knappe dreißigtausend erreicht worden.
Dabei hatte sich das Team solche Mühe gegeben und mit Belohungen für neue Backer nur so um sich geworfen. Weder das Team noch Personen, die das Projekt bereits untestützt haben, haben wohl noch zu hoffen gewagt, dass die große Lücke zum Ziel noch gefüllt werden kann. In der Vergangenheit schon konnte man auf Kickstarter etwas entdecken, was in einem klassischen Markt wohl so nie passieren würde. Die direkte Konkurrenz, wenn man so will - also Projekte wie Drifter: A Space Trading Game und Skyjacker haben immer wieder um Unterstützung für das Projekt Kinetic Void gebeten. Gerade in den letzten Stunden vor Ablauf der Kampagne wurden einige ähnliche Projekte sehr aktiv, um den drohenden Misserfolg für Badland Studio, dem Produzenten von Kinetic Void, abzuwenden. Was folgte, war ein unglaubliches Finish der Kampagne:
Dass das ganze nicht getrickst war, sieht man an den tatsächlich neuen Backern, die am letzten Tag hinzu gekommen sind:
Woher rührt diese unerwartete Unterstützung seitens der Konkurrenz? Man könnte mutmaßen, dass es aus Solidarität geschieht, weil sich auf Kickstarter alle diese Projekte sozusagen im selben Boot befinden. Und je mehr Personen auf Kickstarter auf eines dieser Projekte aufmerksam werden, umso wahrscheinlicher werden sich auch Kunden finden, die sich für mehr als nur für ein Projekt entscheiden. Man hat den Eindruck es entsteht ein miteinander, man versucht gemeinsam seine Ziele zu erreichen und nicht gegeneinander.
Generell entwickelt sich um Kickstarter einen lebendige Community, die mit großartigen Ideen aufwarten kann - so auch das Projekt Kicking it Forward. Hierbei sollten Projekte einen Gewinn einkalkulieren, der für weitere Projekte wieder in Kickstarter refundiert wird. Man gibt sozusagen ein Scheibchen des eigenen Erfolges zurück in den Erfolg für andere. Es bleibt auf alle Fälle spannend, ob sich solche Konzepte für die zukünftige Entwicklung und Vermarktung von Produkten etablieren können. Vom Ansatz her sind diese Ideen jedoch zu begrüßen.
Dabei hatte sich das Team solche Mühe gegeben und mit Belohungen für neue Backer nur so um sich geworfen. Weder das Team noch Personen, die das Projekt bereits untestützt haben, haben wohl noch zu hoffen gewagt, dass die große Lücke zum Ziel noch gefüllt werden kann. In der Vergangenheit schon konnte man auf Kickstarter etwas entdecken, was in einem klassischen Markt wohl so nie passieren würde. Die direkte Konkurrenz, wenn man so will - also Projekte wie Drifter: A Space Trading Game und Skyjacker haben immer wieder um Unterstützung für das Projekt Kinetic Void gebeten. Gerade in den letzten Stunden vor Ablauf der Kampagne wurden einige ähnliche Projekte sehr aktiv, um den drohenden Misserfolg für Badland Studio, dem Produzenten von Kinetic Void, abzuwenden. Was folgte, war ein unglaubliches Finish der Kampagne:
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| Kinetic Void im Fotofinish: 110 Prozent wurden erreicht |
Dass das ganze nicht getrickst war, sieht man an den tatsächlich neuen Backern, die am letzten Tag hinzu gekommen sind:
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| Am letzten Tag alleine kamen1072 Backers hinzu |
Woher rührt diese unerwartete Unterstützung seitens der Konkurrenz? Man könnte mutmaßen, dass es aus Solidarität geschieht, weil sich auf Kickstarter alle diese Projekte sozusagen im selben Boot befinden. Und je mehr Personen auf Kickstarter auf eines dieser Projekte aufmerksam werden, umso wahrscheinlicher werden sich auch Kunden finden, die sich für mehr als nur für ein Projekt entscheiden. Man hat den Eindruck es entsteht ein miteinander, man versucht gemeinsam seine Ziele zu erreichen und nicht gegeneinander.
Generell entwickelt sich um Kickstarter einen lebendige Community, die mit großartigen Ideen aufwarten kann - so auch das Projekt Kicking it Forward. Hierbei sollten Projekte einen Gewinn einkalkulieren, der für weitere Projekte wieder in Kickstarter refundiert wird. Man gibt sozusagen ein Scheibchen des eigenen Erfolges zurück in den Erfolg für andere. Es bleibt auf alle Fälle spannend, ob sich solche Konzepte für die zukünftige Entwicklung und Vermarktung von Produkten etablieren können. Vom Ansatz her sind diese Ideen jedoch zu begrüßen.
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Donnerstag, 24. Mai 2012
Kickstarter und der (prognostizierte) Projekterfolg
Ich bin ja seit einiger Zeit Backer der Kampagne zu Drifter: A Space Trading Game auf Kickstarter. Solche Spiele haben mich schon immer gereizt und ich finde es toll, dass so eine Simulation mit Hilfe von Crowdfunding möglich wird. Langsam aber stetig nähert sich die erreichte Summe durch Backers der geforderten fünfzigtausender Grenze. Noch elf Tage bleiben, um das Ziel zu erreichen, wird die Kampagne das wohl schaffen?
Mehr Aufschluss dazu gibt Klicktraq. Durch Eingabe der URL des Projektes auf Klicktraq kann man eine Prognose einsehen, wie sich das Projekt entwickeln wird. Also kurz direkt auf die entsprechende Seite navigiert, und ich kann sehen, dass ich mich vermutlich schon bald über die Teilinahme an der Betaphase des Spiels freuen kann. Ein Endergebnis von über siebzigtausend wird dort prognostiziert. Es gibt auch noch ein paar übersichtliche Statistiken zum Werdegang des Projektes. Damit kann man auch als Projekteigner schon mal einen Überblick gewinnen, ob man besser nochmal etwas in die Promotion seines Projektes investiert, oder ob man sich schon einigermaßen auf der sicheren Seite wähnen kann.
Ein nettes, zusätzliches Gimmick, das von Klicktraq geboten wird, sind die Browser - Plugins. Damit muss man dann gar nicht mehr zur Webseite von Klicktraq navigieren, um die aktuelle Prognose einsehen zu können. Es reicht dann der Besuch der eigentlichen Projektseite auf Kickstarter.
Das ganze funktioniert schnell und sieht auch noch schön integriert aus. Jetzt bleibt nur zu hoffen, dass die Prognose auch stimmt, damit ich bald wieder in unendliche Weiten starten kann.
Mehr Aufschluss dazu gibt Klicktraq. Durch Eingabe der URL des Projektes auf Klicktraq kann man eine Prognose einsehen, wie sich das Projekt entwickeln wird. Also kurz direkt auf die entsprechende Seite navigiert, und ich kann sehen, dass ich mich vermutlich schon bald über die Teilinahme an der Betaphase des Spiels freuen kann. Ein Endergebnis von über siebzigtausend wird dort prognostiziert. Es gibt auch noch ein paar übersichtliche Statistiken zum Werdegang des Projektes. Damit kann man auch als Projekteigner schon mal einen Überblick gewinnen, ob man besser nochmal etwas in die Promotion seines Projektes investiert, oder ob man sich schon einigermaßen auf der sicheren Seite wähnen kann.
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| Erweiterung durch Browser Plug-In |
Das ganze funktioniert schnell und sieht auch noch schön integriert aus. Jetzt bleibt nur zu hoffen, dass die Prognose auch stimmt, damit ich bald wieder in unendliche Weiten starten kann.
Donnerstag, 10. Mai 2012
Die Lego - Serenity, revisited
Im vorigen Post hatte ich das Modell der Serenity aus Lego - Bausteinen erwähnt, dass auf Legos eigener sozialen Plattform Cuusoo die zehntausender Marke erreicht hatte. Damit trat ein Gremium zusammen, um zu entscheiden, ob Lego dieses Modell als Bausatz produzieren würde oder nicht. Leider fiel diese Entscheidung negativ aus. Mit dieser Rückmeldung hätte Lego sich auch begnügen können, ohne näher auf die Details einzugehen, warum die Entscheidung so ausgefallen ist. Es könnten ja Lizenzprobleme oder etwas anderes gewesen sein. Lego hat hier jedoch Transparenz bewiesen und erklärt, warum die Serenity es nicht in die Produktion geschafft hat.
In der Rückmeldung auf der Seite des archivierten Projekts nimmt Lego darauf bezug, dass die Marke selbst für Kinderspielzeug steht und das Setting der Serie bzw. auch des Filmes zum Firefly- Universum sehr stark an erwachsenen Themen ausgerichtet ist. Deshalb sei die Serenity kein Option für ein Lego Modell. Das ist schade und enttäuschend, aber zumindest verständlich. Durch die Transparenz, die mit dieser Erklärung erreicht wurde, hält sich auch der Frust in Grenzen, der durch ein simples "Machen wir nicht", sicher um ein vielfaches höher gewesen wäre, vielleicht sogar das Projekt cuusoo in seinem Betastadium gefährdet hätte. Auch wenn man unpopuläre Entscheidungen zu treffen hat, emfpiehlt es sich in sozialen Netzwerken, offen mit der Entscheidungsfindung und den Gründen, die zum Entscheid geführt haben, umzugehen. In diesem Zuge konnten zukünftige Modell - Designer auch noch lernen, dass es offensichtlich einen wesentlichen Faktor für Lego darstellt, dass der Kontext des Modells kindergerecht ist. Damit kann in Zukunft weiterer Frust in diese Richtung vermieden werden.
In der Rückmeldung auf der Seite des archivierten Projekts nimmt Lego darauf bezug, dass die Marke selbst für Kinderspielzeug steht und das Setting der Serie bzw. auch des Filmes zum Firefly- Universum sehr stark an erwachsenen Themen ausgerichtet ist. Deshalb sei die Serenity kein Option für ein Lego Modell. Das ist schade und enttäuschend, aber zumindest verständlich. Durch die Transparenz, die mit dieser Erklärung erreicht wurde, hält sich auch der Frust in Grenzen, der durch ein simples "Machen wir nicht", sicher um ein vielfaches höher gewesen wäre, vielleicht sogar das Projekt cuusoo in seinem Betastadium gefährdet hätte. Auch wenn man unpopuläre Entscheidungen zu treffen hat, emfpiehlt es sich in sozialen Netzwerken, offen mit der Entscheidungsfindung und den Gründen, die zum Entscheid geführt haben, umzugehen. In diesem Zuge konnten zukünftige Modell - Designer auch noch lernen, dass es offensichtlich einen wesentlichen Faktor für Lego darstellt, dass der Kontext des Modells kindergerecht ist. Damit kann in Zukunft weiterer Frust in diese Richtung vermieden werden.
Dienstag, 8. Mai 2012
Mit Lego Geld am Spaß verdienen
Während die meisten sozialen Netzwerke immer noch darauf aus sind, den Nutzer als Produkt an Werbende zu verkaufen, sprießen auch immer mehr Plattformen aus dem Boden, die auf einem soliden Geschäftsmodell aufbauen. Man fühlt sich vielleicht etwas an die Jahrtausendwende erinnert, als die erste große Dotcom Blase geplatzt ist und die Spreu vom Weizen getrennt hat, wenn es um den Online Verkauf um Produkten ging.
Ich habe ja schon in der Vergangenheit auf Kickstarter Bezug genommen, eine Plattform, auf der man für die Finanzierung seiner eigenen Idee werben kann. Erst kürzlich habe ich dort ein Projekt gefunden, von dem ich mir wünsche, dass es umgesetzt werden kann. Das soll hier aber nicht der eigentliche Gegenstand dieses Beitrags sein.
Lego scheint ebenfalls das Potential erkannt zu haben, das in den Fans der eigenen Bauklötzchen steckt. Auf deren sozialen Plattform mit dem Namen cuusoo können Konstrukteure ihre eigenen Werke zur Schau stellen und von der Community für gut befinden lassen. Finden sich zehntausend Fans der Konstruktion, wird von Lego eine professionelle Produktion des Stücks in Betracht gezogen. Geht das gute Stück dann auch tatsächlich in Produktion, erhält der Designer des Modells ein Prozent aus dem Erlös aller Verkäufe, die von diesem Modell gemacht werden. Erst kürzlich hat ein wirklich tolles Modell der Serenity aus der Serie Firefly diese Marke erreicht und der Designer wartet nun auf das Produktions - OK seitens Lego. Es bleibt spannend, welche Netzwerke aus dem Crowd - Gedanken noch entstehen werden.
Ich habe ja schon in der Vergangenheit auf Kickstarter Bezug genommen, eine Plattform, auf der man für die Finanzierung seiner eigenen Idee werben kann. Erst kürzlich habe ich dort ein Projekt gefunden, von dem ich mir wünsche, dass es umgesetzt werden kann. Das soll hier aber nicht der eigentliche Gegenstand dieses Beitrags sein.
Lego scheint ebenfalls das Potential erkannt zu haben, das in den Fans der eigenen Bauklötzchen steckt. Auf deren sozialen Plattform mit dem Namen cuusoo können Konstrukteure ihre eigenen Werke zur Schau stellen und von der Community für gut befinden lassen. Finden sich zehntausend Fans der Konstruktion, wird von Lego eine professionelle Produktion des Stücks in Betracht gezogen. Geht das gute Stück dann auch tatsächlich in Produktion, erhält der Designer des Modells ein Prozent aus dem Erlös aller Verkäufe, die von diesem Modell gemacht werden. Erst kürzlich hat ein wirklich tolles Modell der Serenity aus der Serie Firefly diese Marke erreicht und der Designer wartet nun auf das Produktions - OK seitens Lego. Es bleibt spannend, welche Netzwerke aus dem Crowd - Gedanken noch entstehen werden.
Dienstag, 6. Dezember 2011
Wann tun Sie's?
Atos tut es, Henkel tut es auch. Immer mehr große Firmen werden auf das Problem aufmerksam, dass E-Mails die Produktivität ihrer Mitarbeiter mitunter beträchtlich einschränken. Daher werden auch dort neue Ansätze gesucht, wie man der Flut Herr werden kann und sich sein Postfach und seine produktive Zeit zurück erobert.
Bei Atos wurde besonders rigoros durchgegriffen. In 18 Monaten soll dort E-Mail als Kommunikationsmittel ausgedient haben und an dessen Stelle tritt das, was man wohl eine Social Business Plattform nennen könnte - im verlinkten Artikel als Mischung aus Facebook und Twitter beschrieben. Ebenso wird bei Henkel versucht, zumindest über die Feiertage hinweg die E-Mail Last zu verringern. Kasper Rorsted erklärt markig und nachvollziehbar, dass besonders auch in Konzernen zuviel gemailt wird. Im Interview mit der FAZ findet er dafür klare Worte:
Tatsache ist, dass es mittlerweile, neben überdominanten E-Mails auch andere, schlankere und schnellere Wege gibt, sich mit den relevanten Mitarbeitern, Kunden und Lieferanten zu einem Thema abzustimmen. Dazu zählen Instant Messaging, Twitterartige Ansätze, Foren, Blogs, Wikis und vieles mehr. Für jede Anforderung E-Mail zu verwenden entspräche einem Handwerker, der alle seine Arbeiten mit einem Hammer erledigt, auch wenn eine Zange oder ein Schraubenzieher wesentlich praktischer wären.
Wie steht es mit Ihnen? Haben Sie sich schon überlegt, wie Sie sich Ihre Zeit und Ihr Mailfach zurück erobern?
Bei Atos wurde besonders rigoros durchgegriffen. In 18 Monaten soll dort E-Mail als Kommunikationsmittel ausgedient haben und an dessen Stelle tritt das, was man wohl eine Social Business Plattform nennen könnte - im verlinkten Artikel als Mischung aus Facebook und Twitter beschrieben. Ebenso wird bei Henkel versucht, zumindest über die Feiertage hinweg die E-Mail Last zu verringern. Kasper Rorsted erklärt markig und nachvollziehbar, dass besonders auch in Konzernen zuviel gemailt wird. Im Interview mit der FAZ findet er dafür klare Worte:
Tatsächlich werden E-Mails oft aus jenem Grund geschrieben, um eine Sache möglichst flott wieder vom eigenen Tisch zu haben. Ob das schlussendlich zur Produktivität führt oder eben doch nur zum Herumgeschiebe der Verantwortlichkeit, kann jeder für sich selbst entscheiden.
"Nur weil sich irgendjemand irgendwo langweilt und Aktivität zeigen will, muss ich keine Mails lesen. Das ist auch eine Frage des fehlenden Respekts, womit man Leute behelligt."
Tatsache ist, dass es mittlerweile, neben überdominanten E-Mails auch andere, schlankere und schnellere Wege gibt, sich mit den relevanten Mitarbeitern, Kunden und Lieferanten zu einem Thema abzustimmen. Dazu zählen Instant Messaging, Twitterartige Ansätze, Foren, Blogs, Wikis und vieles mehr. Für jede Anforderung E-Mail zu verwenden entspräche einem Handwerker, der alle seine Arbeiten mit einem Hammer erledigt, auch wenn eine Zange oder ein Schraubenzieher wesentlich praktischer wären.
Wie steht es mit Ihnen? Haben Sie sich schon überlegt, wie Sie sich Ihre Zeit und Ihr Mailfach zurück erobern?
Dienstag, 29. November 2011
Der soziale Drahtseilakt
Kürzlich hatte man auch in unseren Breiten von der australischen Fluglinie Qantas gehört und wie selbige der Streiks ihrer Mitarbeiter durch ein generelles Grounding aller Flüge Herr zu werden versuchte. Dies alles natürlich sehr zur Verärgerung der eigenen Kundschaft. Das Grounding kam für die Kunden wie aus heiterem Himmel. Man kann sich vorstellen, dass dies auch in sozialen Netzwerken zum Thema gemacht wurde und so dem Image von Qantas sehr zum Schaden gereichte.
Also machte sich Qantas schließlich daran, eine Strategie auszuarbeiten, wie man den negativen Aussagen auf Twitter und co entgegentreten könnte. Offenbar war die Lösung dazu so schnell wie unfundiert gefunden. Man startete ein Twitter #Hashtag - "#QantasLuxury" - und damit einen Nebenschauplatz, statt sich mit dem eigentlichen Problem zu beschäftigen. Um die Twittersphere zum Äußern ihrer Erfahrungen zum Thema zu bewegen, bot man vernachlässigbare Belohnungen an - Qantas Pyjamas. Was danach folgte, hätte von jedem erfahrenen Social Media Team abzusehen sein müssen - das Hashtag wurde von frustrierten Kunden dazu benutzt, ihrem Frust Luft zu machen - ein virtuelles Hijacking, könnte man sagen. Das führte bis hin zu einem viralen Video, in dem Ausschnitte des Filmes "Der Untergang" mit Untertiteln in den Qantas Kontext gesetzt werden. Negative Emotionen der Kunden konnten außerdem viel Kraft dadurch gewinnen, dass die Reaktion von Qantas erst Wochen später erfolgte.
Ein schönes Beispiel, wie man die Chance, die in jedem frustrierten Kunden steckt, nicht nützt. Glücklicherweise gibt es auch ein Gegenbeispiel. Die amerikanische Fluglinie Delta Air Lines verlangte von zurückkehrenden Soldaten aus dem Ausland ab dem vierten Gepächstück einen beträchtlichen Zusatzbetrag (200,00 $) - zu bezahlen aus der eigenen Tasche. Ein Video eines Soldaten, der sein viertes Gepächstück als notwendig deklarierte, weil er dort seine Waffen transportierte, erreichte eine virale kritische Masse und drohte das Image von Delta in Amerika stark zu schädigen. Wie stünde man da, wenn man die eigene Armee nicht unterstützt, speziell in Amerika, wo sehr viele Menschen große Stücke auf ihre Truppen halten.
Delta hat richtig reagiert. Statt einen Nebenschauplatz aufzumachen, befasste man sich direkt mit dem Problem - und zwar schnell. Delta hatte am selben Tag der Verbreitung des Videos eine Entschuldigung auf deren Blog online gestellt. Diese Entschuldigung war direkt an jene gerichtet, die von dem Problem ursprünglich betroffen waren, die heimkehrenden Soldaten. Am nächsten Tag wurde eine offizielle Pressemeldung veröffentlicht, in der dem Wunsch, bis zu vier Gepächstücke mitnehmen zu können, nachgekommen wurde. Für jene Soldaten, die erster Klasse reisten, wurde sogar ein fünftes Gepächstück kostenfrei genehmigt. Delta reagierte auch direkt auf Twitter und sicherte zu, dass Fragen direkt auf Twitter auch beantwortet würden.
Was lernt man daraus? Man könnte folgende Schlüsse herauskristallisieren:
Also machte sich Qantas schließlich daran, eine Strategie auszuarbeiten, wie man den negativen Aussagen auf Twitter und co entgegentreten könnte. Offenbar war die Lösung dazu so schnell wie unfundiert gefunden. Man startete ein Twitter #Hashtag - "#QantasLuxury" - und damit einen Nebenschauplatz, statt sich mit dem eigentlichen Problem zu beschäftigen. Um die Twittersphere zum Äußern ihrer Erfahrungen zum Thema zu bewegen, bot man vernachlässigbare Belohnungen an - Qantas Pyjamas. Was danach folgte, hätte von jedem erfahrenen Social Media Team abzusehen sein müssen - das Hashtag wurde von frustrierten Kunden dazu benutzt, ihrem Frust Luft zu machen - ein virtuelles Hijacking, könnte man sagen. Das führte bis hin zu einem viralen Video, in dem Ausschnitte des Filmes "Der Untergang" mit Untertiteln in den Qantas Kontext gesetzt werden. Negative Emotionen der Kunden konnten außerdem viel Kraft dadurch gewinnen, dass die Reaktion von Qantas erst Wochen später erfolgte.
Ein schönes Beispiel, wie man die Chance, die in jedem frustrierten Kunden steckt, nicht nützt. Glücklicherweise gibt es auch ein Gegenbeispiel. Die amerikanische Fluglinie Delta Air Lines verlangte von zurückkehrenden Soldaten aus dem Ausland ab dem vierten Gepächstück einen beträchtlichen Zusatzbetrag (200,00 $) - zu bezahlen aus der eigenen Tasche. Ein Video eines Soldaten, der sein viertes Gepächstück als notwendig deklarierte, weil er dort seine Waffen transportierte, erreichte eine virale kritische Masse und drohte das Image von Delta in Amerika stark zu schädigen. Wie stünde man da, wenn man die eigene Armee nicht unterstützt, speziell in Amerika, wo sehr viele Menschen große Stücke auf ihre Truppen halten.
Delta hat richtig reagiert. Statt einen Nebenschauplatz aufzumachen, befasste man sich direkt mit dem Problem - und zwar schnell. Delta hatte am selben Tag der Verbreitung des Videos eine Entschuldigung auf deren Blog online gestellt. Diese Entschuldigung war direkt an jene gerichtet, die von dem Problem ursprünglich betroffen waren, die heimkehrenden Soldaten. Am nächsten Tag wurde eine offizielle Pressemeldung veröffentlicht, in der dem Wunsch, bis zu vier Gepächstücke mitnehmen zu können, nachgekommen wurde. Für jene Soldaten, die erster Klasse reisten, wurde sogar ein fünftes Gepächstück kostenfrei genehmigt. Delta reagierte auch direkt auf Twitter und sicherte zu, dass Fragen direkt auf Twitter auch beantwortet würden.
Was lernt man daraus? Man könnte folgende Schlüsse herauskristallisieren:
- Zeit ist nicht nur Geld. Zeit ist Image, was noch viel wichtiger ist, weil es den Erfolg nachhaltig beeinflusst. Je schneller die richtige Reaktion in sozialen Medien erfolgt, umso geringer wird der Schaden schlussendlich sein. Dabei spricht man nicht von Wochen oder Tagen. Dabei geht es um Stunden, weil soziale Medien in nur wenigen Stunden große Kraft zu einem Thema entfalten können.
- Das Problem addressieren. Qantas hatte versucht, durch einen Nebenschauplatz die negativen Äußerungen auf Twitter zu übertrumpfen. Wie leicht das ganze nach hinten los gehen kann, hat man direkt darauffolgend sehen können. Delta hingegen, hatte sich als ersten Schritt entschuldigt, und zwar öffentlich einsehbar. Danach wurde rasch an einer Lösung des Problems gearbeitet, die die Forderung der Kunden zumindest abdeckt, besser noch in gewissen Fällen übertrifft (5 Gepächstücke in der 1. Klasse).
- Transparenz im Vorgehen. Die beste Strategie, den Kunden zufrieden zu stellen, nützt nichts, wenn keiner davon weiß. Daher ist es wichtig, die Diskussion in den sozialen Medien, besonders auch auf Twitter, aktiv mitzugestalten. Wenn es Neuigkeiten zum Thema gibt, sollten diese immer unmittelbar über diese Wege mitgeteilt werden.
- Dem Kunden zuhören, und zwar dort wo er es möchte. Kunden erwarten sich zunehmend, dass ihre negativen Kommentare in sozialen Netzwerken auch vom Hersteller oder Anbieter gehört werden. Dies ist ja auch zwingend notwendig, möchte man sich als Verkäufer ein Bild davon machen, welches Image die eigene Firma oder das eigene Produkt in diesen Medien genießt. Je früher und aktiver man die Belange des Kunden abholt, umso geringer ist die Wahrscheinlichkeit, dass eine Forderung des Kunden die schlagende Kraft der beiden oben genannten Beispiele erreicht.
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Donnerstag, 24. November 2011
Stirbt E-Mail?
In Zeiten des Umbruchs wird gerne mal der Tod einer alternden Technologie verkündet. Genauso schnell ist dann die andere Seite damit, zu verkünden, dass ebenjener Tod nun doch nicht so schnell eintreten wird. Dabei stellt sich die Frage, warum denn immer alles alte sterben muss, nur weil etwas neueres nachkommt? DerStandard.at hat einen Artikel veröffentlicht, in dem der Tod der E-Mail aufgegriffen wird und erklärt wird, warum denn nun E-Mail stirbt - oder eben, warum genau sie nicht so schnell sterben wird.
Die E-Mail als solches zu beerdigen ist etwas, was man sich derzeit nicht vorstellen kann, gerade in dem Umfang, in dem sie heute immer noch genutzt wird. Zwar plagen uns jeden Tag die Geister der E-Mail, seien es die Spamflut oder aber auch die CC- und BCC-Wut; alles und wirklich jeder im Unternehmen muss über alles informiert sein. Dabei driftet der versionierte Wissenstand regelmäßig auseinander und mit der Explosion der Kopienempfänger wird es mit der Zeit unmöglich, die letztlich relevante Version und den eigentlichen Status einer Konversation zu überblicken.
Da haben uns soziale Netzwerke gezeigt, dass es auch anders geht. Wenn man die Information nämlich zentral ablegt und diese damit zur Hol- statt Bringschuld wird, elminiert sich dabei das Problem der klassischen "Versionsangst". Und wenn ich mir nicht mehr sicher bin, was denn der letzte Stand der Diskussion oder eines Dokumentes war, sehe ich einfach dort wieder nach. Es ist immer noch alles am selben Platz, neue Inhalte haben sich vielleicht zu den mir bereits bekannten dazugesellt. Nun wettert der Standard, dass diese neuen, sozialen Netzwerke eben keinen offenen, etablierten Standard bieten, in dem man von jeder Ecke aus am Austausch teilnehmen kann. Genau darin liegt die Stärke von E-Mail - es ist ein universales System, optimal verbreitet und praktisch immer und überall zugänglich. Sich genau diese Stärke zunutze zu machen wir den sozialen Netzwerken angekreidet - besonders wenn es um den Austausch zwischen den einzelnen Netzen geht. Dabei stellt sich die Frage, warum es denn das eine oder das andere sein muss?
Relevante Information - oder Content - sollte zentral liegen - versioniert - und sollte nicht durch Weiterleitungen oder sonstiges unnötig dupliziert werden. E-Mail als Benachrichtigungsdienst einzuspannen ist dabei genau der richtige Schritt. So nutzt man die bereits vorhandene Struktur, die Inhalte bleiben leicht zugänglich. Später kann man selbstverständlich über direktere und bessere Möglichkeiten zur Benachrichtigung über veränderte und neue Inhalte nachdenken. Einige Netzwerke bieten das auch schon (bspw. durch Push - Nachrichten auf Mobiltelefonen).
Die E-Mail ist nicht tot und sie wird auch nicht sterben - genauso wenig wie das Fax tot ist oder sterben wird, oder der klassische Anruf. Sie wird nur ihre Vormachtstellung in der Kommunikation verlieren, weil sie nicht für jede Art Inhalt geeignet ist. Bei manchen Inhalten ist sie sogar stark kontraproduktiv. Sie wird sich einreihen, neben allen anderen Möglichkeiten, mit Menschen zu kommunizieren und damit an ihren rechten Platz im Werkzeugkasten der Kommunikation zurückkehren.
Die E-Mail als solches zu beerdigen ist etwas, was man sich derzeit nicht vorstellen kann, gerade in dem Umfang, in dem sie heute immer noch genutzt wird. Zwar plagen uns jeden Tag die Geister der E-Mail, seien es die Spamflut oder aber auch die CC- und BCC-Wut; alles und wirklich jeder im Unternehmen muss über alles informiert sein. Dabei driftet der versionierte Wissenstand regelmäßig auseinander und mit der Explosion der Kopienempfänger wird es mit der Zeit unmöglich, die letztlich relevante Version und den eigentlichen Status einer Konversation zu überblicken.
Da haben uns soziale Netzwerke gezeigt, dass es auch anders geht. Wenn man die Information nämlich zentral ablegt und diese damit zur Hol- statt Bringschuld wird, elminiert sich dabei das Problem der klassischen "Versionsangst". Und wenn ich mir nicht mehr sicher bin, was denn der letzte Stand der Diskussion oder eines Dokumentes war, sehe ich einfach dort wieder nach. Es ist immer noch alles am selben Platz, neue Inhalte haben sich vielleicht zu den mir bereits bekannten dazugesellt. Nun wettert der Standard, dass diese neuen, sozialen Netzwerke eben keinen offenen, etablierten Standard bieten, in dem man von jeder Ecke aus am Austausch teilnehmen kann. Genau darin liegt die Stärke von E-Mail - es ist ein universales System, optimal verbreitet und praktisch immer und überall zugänglich. Sich genau diese Stärke zunutze zu machen wir den sozialen Netzwerken angekreidet - besonders wenn es um den Austausch zwischen den einzelnen Netzen geht. Dabei stellt sich die Frage, warum es denn das eine oder das andere sein muss?
Relevante Information - oder Content - sollte zentral liegen - versioniert - und sollte nicht durch Weiterleitungen oder sonstiges unnötig dupliziert werden. E-Mail als Benachrichtigungsdienst einzuspannen ist dabei genau der richtige Schritt. So nutzt man die bereits vorhandene Struktur, die Inhalte bleiben leicht zugänglich. Später kann man selbstverständlich über direktere und bessere Möglichkeiten zur Benachrichtigung über veränderte und neue Inhalte nachdenken. Einige Netzwerke bieten das auch schon (bspw. durch Push - Nachrichten auf Mobiltelefonen).
Die E-Mail ist nicht tot und sie wird auch nicht sterben - genauso wenig wie das Fax tot ist oder sterben wird, oder der klassische Anruf. Sie wird nur ihre Vormachtstellung in der Kommunikation verlieren, weil sie nicht für jede Art Inhalt geeignet ist. Bei manchen Inhalten ist sie sogar stark kontraproduktiv. Sie wird sich einreihen, neben allen anderen Möglichkeiten, mit Menschen zu kommunizieren und damit an ihren rechten Platz im Werkzeugkasten der Kommunikation zurückkehren.
Mittwoch, 23. November 2011
Die Welt ist klein(er)
Man geht davon aus, dass im Durchschnitt jede beliebige Person von einer anderen beliebigen Person irgendwo auf der Erde durch via sechs Personen kontaktiert werden kann. Diese Annahme nennt man Six Degrees Of Separation oder Kleine-Welt-Phänomen. Frigyes Karinthy hatte diese Annahme 1929 in einer Kurzgeschichte postuliert. Seitdem sind die Möglichkeiten, miteinander in Interaktion zu treten, mannigfaltiger geworden und die Welt wurde fühlbar kleiner. Lässt sich das aber auch in Fakten umlegen?
Vor kurzem hat das Datenteam von Facebook eine Studie durchgeführt, aus der hervorgeht, dass die durchschnittliche benötigte Anzahl an Zwischenpersonen tatsächlich gesunken ist - nämlich auf 4,74. Das ist eine nicht unwesentliche Steigerung von etwa 20%, die hauptsächlich auch auf die neuen Kommunikationswege zurück zu führen ist.
Bei der derzeitigen Wachstumsrate an neuen Benutzern, besonders bei Facebook, ist anzunehmen, dass dieser Wert weiter sinken wird und unsere Welt damit noch enger zusammen rückt. Facebook kann das nur recht sein, da sich das Netzwerk dadurch mehr und mehr zum Standard für den sozialen Austausch erhebt, so wie man im deutschsprachigen Raum ein Tempo zum Schneuzen nimmt und im Internet bei Amazon einkauft. Je größer der Vorsprung von Facebook dabei wird, umso schwieriger wird es für die Konkurrenz werden, Relevanz im virtuellen sozialen Austausch zu erlangen.
(Basisartikel bei TechCrunch)
Vor kurzem hat das Datenteam von Facebook eine Studie durchgeführt, aus der hervorgeht, dass die durchschnittliche benötigte Anzahl an Zwischenpersonen tatsächlich gesunken ist - nämlich auf 4,74. Das ist eine nicht unwesentliche Steigerung von etwa 20%, die hauptsächlich auch auf die neuen Kommunikationswege zurück zu führen ist.
Bei der derzeitigen Wachstumsrate an neuen Benutzern, besonders bei Facebook, ist anzunehmen, dass dieser Wert weiter sinken wird und unsere Welt damit noch enger zusammen rückt. Facebook kann das nur recht sein, da sich das Netzwerk dadurch mehr und mehr zum Standard für den sozialen Austausch erhebt, so wie man im deutschsprachigen Raum ein Tempo zum Schneuzen nimmt und im Internet bei Amazon einkauft. Je größer der Vorsprung von Facebook dabei wird, umso schwieriger wird es für die Konkurrenz werden, Relevanz im virtuellen sozialen Austausch zu erlangen.
(Basisartikel bei TechCrunch)
Montag, 21. November 2011
Das Produkt bist du!
Mykorrhiza nennt man die Symbiose, die zwischen Wurzeln von Pflanzen und bestimmten Pilzen entsteht, in der beide Seiten profitieren. Die Pflanze wird mit Wasser und Mineralstoffen versorgt und der Pilz erhält im Gegenzug Zucker und andere wichtige Nährstoffe. Das feine Geflecht des Pilzes, dessen Fäden oft dünner als 2mm sind, zieht sich sehr ausladend durch den Waldboden und steht damit mit vielen Wurzeln in Kontakt.
Analog zu Pilzen verhalten sich auch frei zugängliche soziale Netzwerke. Mit ihren Zustimmungs - Schaltflächen ("Gefällt mir", "+1", ...) ziehen sich ihre Fäden bis weit ins Web hinein. Auch hier sind Webseiten - Betreiber und soziale Netzwerke eine symbiotische Beziehung eingegangen. Auf der einen Seite profitieren die Netzwerke davon, dass sie an jeder Ecke des Internets präsent erscheinen, auf der anderen Seite erhoffen sich Inhaber von Webseiten mehr Aufmerksamkeit und Interaktion mit den von ihnen bereit gestellten Inhalten, weil diese (hoffentlich) in ebendiesen sozialen Netzwerken miteinander geteilt werden.
Die Betreiber der modernen sozialen Brennpunkte im Netz, besonders Facebook, haben längst begriffen, dass ihre in Webseiten eingebetteten Funktionalitäten nicht nur die Präsenz des Netzwerks steigert. Dadurch ergibt sich auch die Möglichkeit, die Nutzer des Netzwerks über die eigenen Grenzen hinaus zu verfolgen und ihre Interessen auch auf anderen Seiten im Internet zu studieren.
Besonders in kostenlosen Netzwerken stellt sich da unmittelbar die Frage, wer denn nun Kunde und was das Produkt ist. Soziale Netzwerke werden Milliardenschwer bewertet und generieren diesen Wert nicht dadurch, dass sie ihre Dienste den Nutzern verkaufen. Da im Prinzip das gesamte Web mit Schaltflächen von sozialen Netzwerken durchzogen ist ensteht ein sehr genaues Profil der Interessen des Nutzers und dieses Profil wird an interessierte verkauft, die zielgerichtet auf dieses Profil Werbung platzieren möchten. Wir sind also nicht Nutzer der frei zugänglichen sozialen Netzwerke, wir sind deren Produkt.
(Eintrag basiert auf diesem Artikel)
Analog zu Pilzen verhalten sich auch frei zugängliche soziale Netzwerke. Mit ihren Zustimmungs - Schaltflächen ("Gefällt mir", "+1", ...) ziehen sich ihre Fäden bis weit ins Web hinein. Auch hier sind Webseiten - Betreiber und soziale Netzwerke eine symbiotische Beziehung eingegangen. Auf der einen Seite profitieren die Netzwerke davon, dass sie an jeder Ecke des Internets präsent erscheinen, auf der anderen Seite erhoffen sich Inhaber von Webseiten mehr Aufmerksamkeit und Interaktion mit den von ihnen bereit gestellten Inhalten, weil diese (hoffentlich) in ebendiesen sozialen Netzwerken miteinander geteilt werden.
Die Betreiber der modernen sozialen Brennpunkte im Netz, besonders Facebook, haben längst begriffen, dass ihre in Webseiten eingebetteten Funktionalitäten nicht nur die Präsenz des Netzwerks steigert. Dadurch ergibt sich auch die Möglichkeit, die Nutzer des Netzwerks über die eigenen Grenzen hinaus zu verfolgen und ihre Interessen auch auf anderen Seiten im Internet zu studieren.
Besonders in kostenlosen Netzwerken stellt sich da unmittelbar die Frage, wer denn nun Kunde und was das Produkt ist. Soziale Netzwerke werden Milliardenschwer bewertet und generieren diesen Wert nicht dadurch, dass sie ihre Dienste den Nutzern verkaufen. Da im Prinzip das gesamte Web mit Schaltflächen von sozialen Netzwerken durchzogen ist ensteht ein sehr genaues Profil der Interessen des Nutzers und dieses Profil wird an interessierte verkauft, die zielgerichtet auf dieses Profil Werbung platzieren möchten. Wir sind also nicht Nutzer der frei zugänglichen sozialen Netzwerke, wir sind deren Produkt.
(Eintrag basiert auf diesem Artikel)
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